Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 13.03.2007

Knapp 90 Menschen in Caritas-Wohnheimen betreut

Jahresstatistik 2006 liegt vor / Mehr Bürokratie "zum Leid der Bewohner" befürchtet

In den Caritas-Wohnheimen Ingolstadt sind vergangenes Jahr 89 Menschen mit seelischen Behinderungen sowie besonderen sozialen Schwierigkeiten betreut worden. Nach der Jahresstatistik 2006 der Heime wohnten von diesen zum Großteil sucht- und psychisch kranken Personen 82 in den beiden Häusern in der Hugo-Wolf-Straße 20 und St. Alfons, Telemannstraße 8. Sieben lebten in einer eigenen Wohnung, kamen aber zur „tagesstrukturierenden Beschäftigung“ in die angegliederten Caritas-Werkstätten und Beschäftigungsbetriebe. In Alltagsfragen wurden sie vom Sozialdienst der Heime betreut. Etwa 70 Prozent aller Betreuten stammen laut Auskunft von Michael Rinnagl , Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten, aus der Region 10, also aus Ingolstadt sowie den angrenzenden Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen.

Die Statistik zeigt für die insgesamt 74 Heimplätze, die alle Einzelzimmer mit vorwiegend integrierter Nasszelle und Kochnische sind: 17 Personen wurden neu aufgenommen, 15 schieden aus. Von diesen brachen fünf den Aufenthalt selbst ab, neun zogen planmäßig aus. Einem wurde von Seiten der Einrichtung gekündigt, weil er sich nicht an Therapieabsprachen und die erforderlichen Mitwirkungspflichten hielt. Die weitaus meisten Betreuten in den Caritas-Wohnheimen Ingolstadt waren laut der Statistik auch im vergangenen Jahr wieder ledige Männer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Immerhin sieben Personen suchten die Einrichtung auf Eigeninitiative auf. Die anderen wurden vor allem durch Beratungsstellen, vom Krankenhaus oder der Fachklinik sowie dem Sozialdienst der Justizvollzugsanstalt vermittelt. Die Kosten für die Betreuungen trugen fast ganz die Sozialhilfeträger. Acht Bewohner wurden in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei Firmen vermittelt, weitere acht absolvierten eine Berufsausbildung mit den Zielen Maler, Schreiner, Schlosser sowie Recyclingmonteur. Fünf konnten in Berufsfindungs- und Qualifizierungsmaßnahmen untergebracht werden.

Kopfzerbrechen bereitet der Einrichtung, dass möglicherweise Zuständigkeiten bei der öffentlichen Hand demnächst anders geregelt werden. Derzeit liegen diese für die Caritas-Wohnheime fast ausschließlich beim Bezirk Oberbayern. Während der Bereich „Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen“ dort auch bleiben soll, könnte laut Rinnagl die „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten“ in die Zuständigkeit der Kommunen übergehen. Für diesen Fall befürchtet der Einrichtungsleiter einen „immensen bürokratischen Mehraufwand“. Schließlich kämen wohnungslose Menschen, denen sich die Caritas-Wohnheime annehmen, nicht nur aus Ingolstadt, sondern auch aus anderen Städten und Landkreisen. Bei einer Änderung müssten deshalb Vereinbarungen mit allen in Frage kommenden Kommunen getroffen werden. „Schon heute macht in unserem Sozialdienst der Verwaltungsaufwand viel zu viel Arbeit. Unter einer Änderung der Zuständigkeiten würde die dringend notwendige persönliche Betreuung unserer Bewohner leiden“, warnt der Caritas-Einrichtungsleiter.

 

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