Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 04.09.2007

"Befähigungsinitiative" in Therapie-Werkstatt

14 junge Menschen beginnen Ausbildung in Caritas-Wohnheimen und Werkstätten

14 junge Menschen haben gestern (3.9.) eine Ausbildung in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt begonnen. Nach Angaben der Einrichtung sind sie in acht verschiedenen Bereichen tätig: als Maler, Verkäuferinnen, Recycling-Monteure, Bauten- und Objektbeschichter, Kauffrau für Bürokommunikation, hauswirtschaftstechnische Helferin, Kfz-Mechatroniker und Schreiner. Leiter Michael Rinnagl zufolge werden die meisten dieser Ausbildungen durch verschiedene öffentliche Institutionen finanziert oder teilfinanziert: zum Teil über die Jugendämter der Städte Ingolstadt, Augsburg und Landsberg am Lech, zum Teil über Jobcenter und Arbeitsagenturen. Neben den geförderten Auszubildenden hätten vier Jugendliche in regulären Ausbildungsverhältnissen begonnen. Die Ausbildung zur Verkäuferin, die im zur Einrichtung gehörenden Caritas-Markt in Gaimersheim absolviert wird, bietet die Einrichtung heuer erstmals an. Insgesamt arbeiten laut Einrichtungsstatistik derzeit 27 Lehrlinge in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten.

Erfreut sind Rinnagl und der für die Caritas-Werkstätten verantwortliche Johann Binder darüber, dass im Juli sechs von sieben angehenden Recycling-Monteuren ihre Ausbildungen mit bestandenen Prüfungen abgeschlossen hätten. „Das ist eine sehr gute Quote. Und drei haben bereits eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden. Für eine Absolventin steht eine Stelle in Aussicht“, informiert Binder. Dazu habe sicherlich auch positiv beitragen, „dass wir für diesen Bereich einen Elektromeister speziell als Ausbilder und Arbeitsanleiter eingestellt haben, der im ständigen Kontakt mit der Berufsschule steht“. Die Ausbildung zum Recycling-Monteur hatte die Caritaseinrichtung vor zwei Jahren erstmals angeboten. Sie ist Mitte der Neunzigerjahre speziell für junge Menschen, die in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt  sind, geschaffen worden. Leiter Rinnagl sieht gerade in diesem Angebot einen Beitrag zur bundesweiten Kampagne „Befähigungsinitiative“, mit welcher der Deutsche Caritasverband in diesem und im kommenden Jahr benachteiligten jungen Menschen bessere Perspektiven eröffnen will. Deshalb seien auch wie im vergangenen Jahr wieder zwei junge Menschen im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Sonderprogramms „Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ)“ in ausbildungsvorbereitende Praktika übernommen worden. „Dies erfolgt immer nur dann“, betont Rinnagl „wenn auch Chancen auf eine Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis bestehen. So sind von den fünf Jugendlichen aus dem EQJ-Programm 2006/2007 aktuell vier übernommen worden.“

Die zahlreichen geförderten Auszubildenden sind nach Erfahrung von Johann Binder für die Caritas-Werkstätten eine Herausforderung. Vor allem am Anfang hätten viele nicht nur fachliche, sondern auch soziale Defizite wie zum Beispiel Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit. Doch gemeinsam mit dem Sozialdienst der Einrichtung, der sie pädagogisch betreut, gelänge es fast immer, dies zu verbessern. Und darin liege auch die Hauptaufgabe, „denn wir sind nicht in erster Linie ein Unternehmen, sondern eine Therapie-Werkstatt. Daher sind wir aber auch auf Förderungen angewiesen. Nur dann können wir der immer wichtigeren Aufgabe gerecht werden, für benachteiligte Jugendliche Ausbildung zu ermöglichen.“

 

 

Ausbildung gestartet: Den Beruf des Malers,  Recycling-Monteurs, Schreiners, Kfz-Mechatronikers sowie der Kauffrau für Bürokommunikation, Verkäuferin und hauswirtschaftstechnischen Helferin wollen diese jungen Leute in den Caritas-Wohnheimen und Wertstätten erlernen. Foto: Caritas

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