Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 28.07.2008

Caritas lud zum "Rollentausch" ein

Einrichtungen im Bistum sensibilisierten für soziale Arbeit

Fünf Einrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt haben dieses Jahr an der Aktion „Rollentausch“ teilgenommen. Diese wurde vom 18. bis 28. Juli in ganz Bayern durchgeführt, um Politiker, Wirtschaftsvertreter und andere Führungspersönlichkeiten des öffentlichen Lebens für Alltag und Sorgen im Bereich „soziale Arbeit“ zu sensibilisieren.
 
„Durch die aktive Mitarbeit gewinnt man einen sehr direkten Einblick in das hilfreiche Wirken der Beschäftigten in diesem sozialen Bereich“, sagte der Eichstätter Landrat Anton Knapp, nachdem er einen Vormittag lang in die Rolle eines Pflegemitarbeiters für Kinder mit Mehrfachbehinderung im Caritas-Zentrum St. Vinzenz Ingolstadt geschlüpft war. „Neben der Arbeitsbelastung spürt man das großartige Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas. Aber auch die Freude der behinderten Menschen war den ganzen Tag für mich spürbar.“ Nach Information der Einrichtung kommt etwa die Hälfte der in der dortigen Schule betreuten jungen Menschen aus dem Landkreis Eichstätt. Knapp sieht sich nach seinem „Rollentausch“ bestärkt, „sich im politischen Bereich für die Belange von Behinderten einzusetzen. Gerade die Begegnung und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, auch der Jugend, sollte verstärkt werden“.

Kultusminister Siegfried Schneider kehrte an der Hauptschule an der Herschelstraße zwar weder in seinen früheren Lehrerberuf zurück noch versuchte er sich als Jugendsozialarbeiter. Doch er ließ sich nach einem Rundgang durch Küche, Herschelcafé und Computerraum der Einrichtung mit den Sorgen der Schule und dort tätigen Caritasengagierten konfrontieren. Sozialpädagogin Katharina Graf erläuterte ihm vor allem die „finanzielle Problematik Mittagessen“. Mit zwei Euro pro Essen sei diese Hauptschule zwar die günstigste Schule in Ingolstadt. Dennoch könnten es sich Familien, die von Arbeitslosengeld II leben, nicht leisten. „Der Regelleistungssatz für ein Kind bis 15 Jahre beträgt monatlich 207 Euro. Davon sind 2,57 Euro für Ernährung vorgesehen, wiederum knapp 1 Euro für das Mittagessen“, informierte sie. Mitarbeiterin Silvia Kopp ergänzte, dass dieses Problem auch überschuldete Familien betreffe. Daher plädierten die Caritasvertreter dafür, entweder durch Einrichtung eines Sozialfonds die Elternbeiträge für das Essen auf maximal einen Euro zu senken oder die Hartz IV-Kinderregelsätze zu erhöhen und Kindern aus anderen armen Familien das Schul-Mittagessen kostenlos zu ermöglichen.

Donaukurier-Herausgeber Georg Schäff begleitete in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt zum einen eine Helferin des Dienstes Essen auf Rädern. Für diesen hatte die 1973 gegründete Stiftung Dr. Reissmüller , deren Vorstandsmitglied Schäff ist, den Grundstein gelegt.   Er half zum anderen ein wenig bei der Essenszubereitung in der Großküche der Einrichtung. Dort werden laut Einrichtung täglich über 800 Essen gekocht: neben den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten auch für drei Altenheime, das Caritas-Zentrum St. Vinzenz, einige katholische Kindertagesstätten in Ingolstadt und 220 Essen auf Rädern für alte oder hilfebedürftige Menschen.   Schäff besuchte zudem den Gebrauchtwarenmarkt in Gaimersheim.  

Auf Einladung der Caritas-Sozialstation Gaimersheim besuchte der Verwaltungsdirektor des Landes-Caritasverbandes Bayern, Wilfried Mück , gemeinsam mit Bereichsleiterin Lucia Thauer Patienten zu Hause. Ferner begleitete er in der Tagespflege der Einrichtung Gäste mit der Gitarre. Mück half dort auch gemeinsam mit dem Ministerialdirigenten und Leiter der Abteilung Grundsatzfragen im bayerischen Sozialministerium, Werner Zwick, beim Abendessen.   Patienten der Sozialstation besuchte ebenfalls die Gaimersheimer Bürgermeisterin Andrea Mickel . Alle Gäste diskutierten darüber hinaus mit Geschäftsführerin Monika Rohrhirsch, dem 1. Vorsitzenden Andreas Rabl und einigen Pflegekräften die Situation in der ambulanten Pflege.

Im Caritas-Altenheim Dietfurt gestaltete die Junge Union CSU-Fraktion einen Grillabend für die Heimbewohner, umrahmte diesen musikalisch und ging mit ihnen kurz darauf zum Seniorennachmittag des Volksfestes. Die stellvertretende Bürgermeisterin und Kreisrätin, Ilse Werner, und die stellvertretende Neumarkter Landrätin, Carolin Braun, begleiteten jeweils   Heimleiter Klaus-Josef Knaus bei Gesprächen mit Bewohnern sowie Angehörigen, Einstellungsverfahren, Dokumentationsüberprüfungen sowie bei telefonischen Verhandlungen mit einer Pflegekasse.

 

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