Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 01.09.2009

Neue Perspektiven für Arbeitschancen geschaffen

Zwölf junge Menschen starten Ausbildung in Caritas-Wohnheimen und Werkstätten

Zwölf junge Menschen haben heute (1.9.) eine Ausbildung in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt begonnen. Nach Angaben der Einrichtung sind sie in der Recycling-Werkstatt, Zweiradmechanik, Schreinerei, Malerei, im Verkauf und in der KFZ-Werkstatt tätig. Sechs junge Menschen absolvieren eine Maßnahme innerhalb des von der Bundesregierung geförderten Sonderprogramms „Einstiegsqualifizierung“ (EQ) für Lehrstellenbewerber mit erschwerten Vermittlungsperspektiven. Die anderen werden ganz oder teilweise von der Agentur für Arbeit gefördert und in einem Fall über die Deutsche Rentenversicherung. Josef Heiß, Verwaltungsleiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten, begrüßte die jungen Leute und sagte ihnen zu, „dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sie tatkräftig unterstützen werden, dass Sie das hier auch erfolgreich durchziehen“. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland erinnerte er an einen Spruch des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer, der einmal sagte, man dürfe niemals „zu spät“ sagen. „ Es gibt immer Zeit, für einen Neuanfang“, machte Heiß den neuen Azubis in Anlehnung an Adenauer Mut.

Zu den Neubeginnern gehören Sebastian Zgubisz (24) und Benjamin Stegmüller (17) aus Ingolstadt. Sebastian startet eine Ausbildung als Verkäufer im Caritas-Kleidermarkt in Gaimersheim, die von der Deutschen Rentenversicherung innerhalb der Rehabilitationsmaßnahme „Teilhabe am Arbeitsleben“ finanziert wird. „Mode interessiert mich einfach“, begründet er seine Motivation, im Kleidermarkt tätig zu sein. Ferner habe er bereits in einem früheren Praktikum im Verkaufsbereich eines Elektromarktes festgestellt, dass „es mir liegt, mit Kunden umzugehen“. Sebastian hofft, nach der zweijährigen Ausbildung eine Stelle als Verkäufer im Textilbereich zu bekommen.

Benjamin Stegmüller beginnt eine von der Agentur für Arbeit teilgeförderte Ausbildung in der KFZ-Werkstatt als Servicemechaniker. Zuvor hatte er in einem Berufsvorbereitungsjahr – für Schüler mit Problemen, einen Ausbildungsplatz zu finden – in Schrobenhausen bereits ein Praktikum im KFZ-Bereich absolviert. „Verschiedene Fahrzeugmodelle haben mich schon immer fasziniert“, sagt Benjamin, der nach der Ausbildung zum Servicemechaniker möglichst noch ein gutes Jahr zum Mechatroniker anhängen will. „Anschließend könnte ich umfassend in einer Autowerkstatt arbeiten“, wünscht er sich. 

Nach Information der für den Bereich zuständigen Sozialpädagogin Barbara Hopp gibt es in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten derzeit 35 Jugendliche in verschiedenen Ausbildungsmaßnahmen: 32 geförderte und drei mit einer „regulären Lehrstelle“. Von 15 jungen Leuten, die bis vor kurzem ihr letztes Lehrjahr absolvierten, haben Barbara Hopp zufolge zwölf die Abschlussprüfung bestanden. Von diesen habe ein als Bauten- und Objektbeschichter qualifizierter junger Mann eine Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma bekommen. Zwei Frauen hätten Teilzeitanstellungen in der Gastronomie mit Aussicht auf Vollzeit gefunden. „Ein ausgebildeter Recyclingmonteur erhielt ein gefördertes Beschäftigungsverhältnis in seinem Beruf“, so die Caritasmitarbeiterin. Ein junger Maler und Lackierer werde zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr antreten und ein Bauten- und Objektbeschichter ein weiteres Jahr anhängen, um sich zum Maler und Lackierer weiterzuqualifizieren.

„Es zeigt sich, dass die Ausbildung von jungen benachteiligten Menschen mit Schwierigkeiten nicht einfach ist. Doch sie macht Spaß, und wir sind froh, durch sie mehreren eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt oder zur Weiterqualifizierung ermöglichen zu können“, zieht Barbara Hopp ein Fazit.

 

 

Zwölf junge Menschen hoffen gemeinsam mit den für sie verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten auf einen erfolgreichen Verlauf ihrer Ausbildung, die sie heute begannen. Foto: Caritas/Esser

 

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