Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 18.09.2009

In St. Alfons Wärmeenergie aus erneuerbaren Rohstoffen

An allen Standorten der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Hackschnitzelheizungen

Im Caritas-Wohnheim St. Alfons in der Ingolstädter Telemannstraße ist eine neue Hackschnitzelheizung eingeweiht worden. Caritasdirektor Rainer Brummer und Ex-Caritasdirektor Willibald Harrer weihten heute im Beisein von rund 30 gekommenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas-Wohnheime und Werkstätten sowie Planern und Architekten die Anlage ein. Brummer sagte im Rahmen seiner Segnung der Heizung, der biblische Spruch „Macht euch die Erde untertan“ sei häufig im Sinne von Ausbeutung missverstanden worden. Christen seien durch ihn herausgefordert, verantwortungsvoll mit der Erde umzugehen. „Diese Hackschnitzelheizung ist ein Zeichen dafür.“ Michael Rinnagl, Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten, dankte nicht nur allen an der Erstellung Beteiligten, sondern auch Bewohnern und Mietern dafür, dass sie Baulärm und manche Unannehmlichkeiten ertragen hätten. „So stehen wir heute stolz vor dieser neuen Anlage, die wir vor wenigen Wochen in Betrieb genommen haben“, freute er sich. Nach seinen Informationen – die auch in einer kleinen Ausstellung gegeben wurden – kostete die Hackschnitzelheizung rund 300.000 Euro. Einen Großteil davon habe die Diözese Eichstätt bezuschusst, den größten Teil habe der Caritasverband Eichstätt als Träger aufgebracht.  

Angaben der Einrichtung zufolge gibt es nun insgesamt drei Hackschnitzelheizungen in den Caritas- Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt. Bereits seit einigen Jahren gibt es weitere im Wohnheim in der Hugo-Wolfstraße und im Caritas-Markt in Gaimersheim. Letztere versorgt die beiden großen Markthallen, den Wertstoffhof und auch die angrenzenden restlichen Werkstätten wie Schlosserei, Haustechnik sowie Garten- und Landschaftsbau. „Eine Erneuerung der Heizung in St. Alfons war grundsätzlich notwendig. Bei der Neuanschaffung wollten wir besonderen Wert auf den Umweltschutz legen", erklärt Dominik Kieser. Er ist in der Caritaseinrichtung für das Umweltmanagement nach dem EU-weit anerkannten System EMAS zuständig. „Wir sind sehr froh, nun alle drei Standorte mit Wärmeenergie aus erneuerbaren Rohstoffen zu versorgen“, so Kieser.

Auch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen

Wesentlicher Grund für die Umstellung von bisher überwiegend Gas- auf jetzt vollständige Holzverbrennung in der ganzen Einrichtung war nach Kiesers Worten, dass sich dadurch ökologische und wirtschaftliche Vorteile ergeben hätten. Denn das Holz stamme aus "Überbleibseln" der eigenen Caritas-Schreinerei und aus brauchbarem Altholz des angeschlossenen  Wertstoffhofs in Gaimersheim. Das Caritas-Wohnheim einschließlich der angrenzenden Großküche spare somit die Energiekosten. Ferner schaffe es zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die in der Einrichtung eine therapeutische Arbeitsmaßnahme durchlaufen. „Sie häckseln das brennfähige Altholz auf dem Gelände des Wertstoffhofes in Gaimersheim und liefern es dann in die beiden Wohnheime nach Ingolstadt“, erklärt Kieser.

Dem Umweltmanagementbeauftragten zufolge sind Hackschnitzelheizungen umweltfreundlicher als die Verbrennung von fossilen Stoffen wie Heizöl oder Erdgas: „Zum einen handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Brennstoff und zum anderen ist die Verbrennung von Altholz als klimaneutral einzustufen. Beim Brennprozess von Holz wird genauso viel C02 freigesetzt, wie die Pflanze, von der  das Holz stammte, vorher aus der Luft aufgenommen hat“, erkärt Kieser und ergänzt: „Wir rechnen eigentlich nur noch den C02-Ausstoß unseres strombetriebenen Holzhäckslers in die Umweltbilanz unserer Heizungen ein. So sparen wir mit unserer neuen Hackschnitzelheizung voraussichtlich 80 Tonnen C02 im Jahr. Das verbraucht in etwa ein durchschnittlicher PKW auf einer Strecke von 440.000 Kilometern“, veranschaulicht der Caritas-Umweltexperte.

Über die neue Hackschnitzelheizung im Caritas-Wohnheim St. Alfons (rechts) freuten sich Caritasdirektor Rainer Brummer (Dritter von rechts), Ex-Caritasdirektor Willibald Harrer (Zweiter von links), Einrichtungsleiter Michael Rinnagl (Mitte) und Verwaltungsleiter Josef Heiß (ganz rechts) gemeinsam mit am Bau beteiligten Planern und Architekten.

 

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