Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 07.01.2010

Arbeitschancen "im Freien an der frischen Luft"

20 Jahre Garten- und Landschaftsbau der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt

Der Garten- und Landschaftsbau der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt feiert in diesem Januar sein 20-jähriges Bestehen. „Am Anfang waren es nur ein paar zusätzliche Umweltmaßnahmen wie Häckseln und Durchforsten, die im zu Beginn genannten Arbeitsbereich Umwelt, Garten und Forst geleistet wurden“, erzählt Johann Binder, der bis vor kurzem Leiter der Caritas-Werkstätten Ingolstadt und somit verantwortlich für den Bereich war. „Ein Landwirtschaftsmeister leitete acht langzeitarbeitslose Menschen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen an. Ziel war es, sie zu qualifizieren und wieder in reguläre Arbeit zu bringen, was auch einigen gelang“, erinnert sich Binder.

Das Ziel im heutigen Garten- und Landschaftsbau der Caritas-Wohnheime und Werkstätten ist geblieben: Menschen ohne direkten Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt Arbeit zu ermöglichen. Derzeit sind es vier, die in den angegliederten beiden Caritas-Wohnheimen aufgrund unterschiedlicher Lebensprobleme betreut werden und im Caritas-Garten und Landschaftsbau eine Arbeitstherapie absolvieren. Hinzu kommen meistens zwischen drei und sechs sogenannte „Ein-Euro-Jobber“, die sonst keine Beschäftigung hätten und sich über die Mitarbeit hier den Sprung in eine reguläre Arbeit erhoffen. „Einige schaffen das auch immer mal wieder durch unsere Zusammenarbeit mit der Ingolstädter in-arbeit Gmbh und dem Jobcenter“, so Michael Rinnagl, Gesamtleiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten. Unter der Regie von drei Arbeitsanleitern sind auch öfters Praktikanten tätig sowie Personen, die eine gemeinnützige Arbeit im Rahmen des Programms „Arbeit statt Strafe“ leisten.
 
Das Ausmaß der Arbeit hat sich in den 20 Jahren erheblich erweitert. Heute geht es nicht mehr nur um das Anlegen von Rasenflächen, Pflanzen und Schneiden von Hecken. Auch Baumfällarbeiten, das Anlegen von Pflasterflächen sowie von Beeten gehören zu den Aufgaben im Caritas-Garten- und Landschaftsbau. „Der Bereich ist sehr bekannt und gefragt“, freut sich Michael Rinnagl. Ihm zufolge leistet der Garten- und Landschaftsbau zum Beispiel Rasenmäharbeiten in Wohnanlagen des St. Gundekar-Werkes Eichstätt und für Ingolstädter Schulen, Pflegearbeiten für die Gemeinde Gaimersheim, Mäh- und Häckselarbeiten für die Stadtwerke Ingolstadt und die Ingolstädter Kommunalbetriebe sowie verschiedene Tätigkeiten für Caritaseinrichtungen und Privatkunden.

Umzug nach Gaimersheim ermöglichte erweitertes Engagement

Möglich wurde dieses erweiterte Engagement vor allem dadurch, dass die Werkstatt im Jahr 2000 nach Gaimersheim auf das Gelände des Caritas-Marktes verlegt wurde. „Der Standort zuvor in der Ingolstädter Hugo-Wolfstraße war sehr beengt und auf mehrere Räume und Garagen verteilt“, berichtet Binder. „Die Verlegung nach Gaimersheim ermöglichte mehr Platz für  Geräte und Werkzeug, Wartungsarbeiten und Fahrzeugpflege sowie einen eigenen Wasch- und einen Pausenraum.“

Nach Rinnagls Worten ist der Garten- und Landschaftsbau nicht mehr aus den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten wegzudenken. Dass es auch immer wieder einmal Probleme mit den geförderten Beschäftigten gibt und ihre Arbeitsleistungen begrenzt sind, verschweigt er nicht: „Sie sind körperlich nicht immer belastbar. Auch haben viele keinen Führerschein.“ Doch es gehe in erster Linie auch nicht um hochwertige Leistung, sondern um Hilfe für Menschen mit Lebens- und Arbeitsproblemen. Und dafür biete der Garten- und Landschaftsbau beste Voraussetzungen: „Er ist abwechslungsreich und daher bei den Teilnehmern sehr beliebt. Und sie sind fast immer im Freien an der frischen Luft.“

Seit 20 Jahren sind Mitarbeiter und geförderte Beschäftigte für den Bereich Garten- und Landschaftsbau der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt aktiv.
Foto: Caritas-Wohnheime und Werkstätten

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