Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 17.02.2012

Von Einzelkämpfern zum "Caritas-Energieverbund"

Einrichtungen gemeinsam für ökologischen und günstigeren Strom

Fünf große Caritashäuser in Ingolstadt beziehen seit Anfang dieses Jahres ökologischen Strom: Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz, dessen Erwachsenen-Wohnheim St. Anna sowie die beiden Caritas-Altenheime St. Pius und St. Josef in Gerolfing haben mit den Stadtwerken Ingolstadt einen Vertrag abgeschlossen, nach dem sie zu 100 Prozent „blauen Strom“ geliefert bekommen, der in zertifizierten Laufwasserkraftwerken der bayerischen Donau erzeugt wird. Ebenfalls Ökostrom, wenngleich nicht nur aus Wasserkraft, beziehen die Caritas-Wohnheime und Werkstätten für das Wohnheim St. Alfons und die Großküche in der Telemannstraße über einen überregionalen Anbieter regenerativer Energie. Mit diesem waren sie schon vor mehreren Monaten einen Vertrag eingegangen.

Zuvor hatten die Einrichtungen für diese Gebäude „grauen Strom“ bezogen, also ein Gemisch aus rund zwei Dritteln fossiler und sonstiger Brennstoffe wie Kohle und Erdgas sowie Kernenergie und lediglich einem Drittel erneuerbarer Energien. Laut einer Hochrechnung der Stadtwerke anhand der Verbräuche 2011 kommt es in den fünf Caritashäusern nun zu fast 550 Tonnen weniger Kohlendioxidausstoß im Jahr. Durch die Umstellung ist es nach Angaben der Caritas für jede Einrichtung dennoch nicht teurer, sondern sogar etwas kostengünstiger geworden. „Bisher war jede Einrichtung Einzelkämpfer gegenüber dem Stromanbieter. Durch die gemeinsame Verhandlungsführung konnten wir nun einen günstigeren Preis erzielen“, erklärt und freut sich der Verwaltungsleiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz, Ludwig Wittmann. Dieser führte die Verhandlungen gemeinsam mit der Referentin für Altenpflege des Caritasverbandes Eichstätt, Eva-Maria Schork – die beide Ingolstädter Altenheime vertrat – und Josef Heiß, Verwaltungsleiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten.

„Wir haben eine Art Caritas-Energieverbund Ingolstadt ins Leben gerufen, der Synergien und auch ein gemeinsames großes Lernfeld schafft. Obwohl es unterschiedliche Einrichtungen sind, gehen diese nun auch in Energieanliegen mit einem ‚Wir-Gefühl’ vor“, beschreibt Eva-Maria Schork die neue Strategie, die mit den ersten gemeinsamen Verhandlungen für die großen Caritashäuser in Ingolstadt im vergangenen Herbst gestartet wurde. In der gegründeten gemeinsamen Arbeitsgruppe erkannten die drei Caritas-Energieverantwortlichen bei Preisvergleichen, dass, so Wittmann, „sich die Angebote nur marginal unterschieden. Deshalb intensivierten wir die Verhandlungen mit dem örtlichen Anbieter. Schließlich ist es von Vorteil, wenn man sich bei Gesprächsbedarf kurzfristig treffen kann.“  Vorgesehen ist laut Caritas, dass ab 2013 auch kleinere Häuser in Ingolstadt wie zum Beispiel die Caritas-Sozialstation, die Caritas-Kreisstelle, deren Frauenhaus und die Heilpädagogische Tagesstätte von St. Vinzenz ausschließlich Ökostrom beziehen. „Sie sollen in unseren Vertrag eingebunden werden, wenn deren Einzelverträge auslaufen“, kündigt Wittmann an.

Nach den Worten von Altenpflegereferentin Schork ist der neue Stromsatz in Ingolstadt ein weiterer Meilenstein im Umweltmanagement des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt. „In den vergangenen fünf Jahren wurden bereits sämtliche Caritaseinrichtungen im Bistum Eichstätt, deren Dächer nach Süden ausgerichtet sind, mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet: für den Umweltschutz sowie für wirtschaftliche Rentabilität“, informiert sie. Josef Heiß verweist darauf, dass die Caritas-Wohnheime und Werkstätten „aus Umweltgründen an allen drei Standorten Hackschnitzelheizungen installiert haben“. In Zukunft will sich der „Caritas-Energieverbund Ingolstadt“ auch einen Schwerpunkt darin setzen, dass man gemeinsam auslotet, wie in den Einrichtungen Stromlastspitzen gesenkt werden können. „Wir wollen zum Beispiel durch eine elektronische Steuerung verhindern, dass morgens, wenn in Küche und Arbeitszimmern mehr Strom verbraucht wird, gleichzeitig große Waschmaschinen laufen“, veranschaulicht Josef Heiß das Ziel.

Laut Ludwig Wittmann soll zudem immer wieder darauf geachtet werden, wo der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden kann. Hier kann der Verwaltungsleiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz bereits auf einen Erfolg in seiner Einrichtung verweisen. Diese stellte im August 2010 für ihr Hauptgebäude in der Frühlingstraße komplett auf Fernwärme um, als eine Heizung erneuert werden musste: „Dadurch sparen wir jährlich entweder 100.000 Liter Heizöl oder 100.000 Kubikmeter Erdgas ein. Und dies wiederum führt dazu, dass die Umwelt durch 264 Tonnen Kohlendioxidausstoß bei Heizöl beziehungsweise 200 Tonnen bei Verwendung von Erdgas weniger belastet wird“, so Wittmann. Er fügt hinzu: „Solche Projekte soll es weiterhin im Sinne eines sorgsamen Umgangs mit der Schöpfung geben.“

Nicht ohne Stolz präsentieren die „Caritas-Energieverantwortlichen“ Josef Heiß, Eva-Maria Schork und Ludwig Wittmann (von links) eine Bescheinigung der Stadtwerke Ingolstadt über die Belieferung von Strom, der zu hundert Prozent in zertifizierten Laufwasserkraftwerken der bayerischen Donau erzeugt wird. Foto: Caritas/Esser

 

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