Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 19.07.2012

Wohnungslosigkeit durch Zusammenarbeit verhindern

Sozialexperten tagen in Caritas-Wohnheimen und Werkstätten

Wie kann verhindert werden, dass Menschen ihre Wohnung verlieren? Mit dieser Problematik setzen sich am Donnerstag, 26. Juli in den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt Sozialarbeiter und Fachleute für Wohnungslosenhilfe aus Wohlfahrtsverbänden sowie Sozialämtern bei einem Praxistag   „Prävention von Wohnungslosigkeit in Bayern“ auseinander. Die Koordination Wohnungslosenhilfe Nord- und Südbayern und die gastgebende Ingolstädter Caritas-Einrichtung werden die Tagung gemeinsam ausrichten, das Bayerische Sozialministerium fördert sie finanziell.

„Vor dem Hintergrund steigender Mieten und knappen Wohnraums für insbesondere einkommensschwache Menschen wollen wir darüber sprechen, wie verschiedene Stellen vor Ort effizienter zusammenarbeiten können und betroffene Menschen besser erreichen können“, beschreibt Michael Rinnagl , Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt, das Grundanliegen. Dafür werden zunächst der Amtsleiter des Jobcenters Ingolstadt, Isfried Fischer, über „Wohnungssicherung im Sozialgesetzbuch II“ und der Leiter der Abteilung für Wohnungsfragen und Obdachlosigkeit der Stadt Nürnberg, Reinhard Hofmann, über „Die Aufgaben der kommunalen Fachstelle Wohnungslosenhilfe in der Prävention in Nürnberg“ sprechen. Anschließend erfolgen eine Bestandsaufnahme mit Erfahrungsaustausch anhand von Praxisberichten aus bayerischen Präventionsstellen.

Ein positives Beispiel, wie Wohnungslosigkeit verhindert werden kann, schilderte vorab unter anderem die Aufsuchende Sozialarbeit (ASA) des Ambulanten Fachdienstes Wohnen München im Katholischen Männerfürsorgeverein, einem Caritas-Fachdienst. Dieser gelang es im vergangenen Jahr durch effizientes Zusammenwirken mit anderen Fachdiensten, Jobcenter und einem Sozialdienst einer Justizvollzugsanstalt für einen entlassenen Strafgefangenen die Obdach- und Mittellosigkeit zu verhindern – und damit auch unnötige Folgekosten. Gemeinsam fanden sie eine Lösung, indem unter anderem die Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit der Landeshauptstadt München vorübergehend Mietschulden übernahm – obwohl der Vermieter bereits eine Zwangsräumung für die alte Wohnung des Betroffenen vor Gericht erwirkt hatte. Der Erfolg ist nach Information der ASA umso höher zu bewerten, als es sich um einen „Multiproblemfall“ handelte. Bei diesem hatten Arbeitslosigkeit, Suchtproblematik, Verschuldung, Verwahrlosungstendenzen und Haftstrafe eine Rolle gespielt. „Nötig war hier „eine intensivere Betreuung, als es der ASA im Rahmen ihres Auftrages möglich ist“, betont der zuständige Ambulante Fachdienst in seinem Jahresbericht 2011 die Bedeutung enger   Zusammenarbeit aller Verantwortung tragenden Stellen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern.

 

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