Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 23.10.2012

Ausbildung bei der Caritas als Herausforderung

40 junge Menschen bei zweitem "Azubitag" in Maria Ward Realschule

„Die jungen Leute haben viele erfrischende Sichtweisen. Sie haben an ihre Ausbildungen aber auch hohe Erwartungen, die für uns eine große Herausforderung sind.“ Dieses Gesamtfazit zog die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel nach Abschluss des zweiten „Azubitages“, den der Caritasverband Eichstätt am Wochenende in der Maria Ward Realschule der Bischofsstadt veranstaltete. Daran nahmen rund 40 Auszubildende aus Caritaseinrichtungen im ganzen Bistum teil, außerdem gut 20 Verantwortliche aus der Caritaszentrale sowie Ausbildungsinstitutionen vor Ort. Knapp Dreiviertel der beteiligten jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvieren ihre Ausbildung in Caritas-Altenheimen. Ferner waren einige aus der Caritas-Zentrale in Eichstätt, dem Caritas-Zentrum St. Vinzenz sowie mehrere mit öffentlichen Mitteln geförderte Azubis aus den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten in Ingolstadt dabei.

„Der Mensch im Mittelpunkt – das erfüllt“, „Für Menschen eine Stütze sein“,  „Wir sind die Zukunft“: Diese und andere Erklärungen schrieben die jungen Menschen während eines Austausches in sieben Arbeitsgruppen auf große Papiertischdecken und präsentierten sie abschließend im Plenum. Neben fachlichen und menschlichen Motivationen für ihren angestrebten Beruf zeigten viele zur Freude der Caritasorganisatoren auch ein großes Interesse, in kirchlichen Einrichtungen und in einer Dienstgemeinschaft  zu arbeiten. „Mehrere machten zuvor Praktika in verschiedenen Unternehmen und haben sich dann ganz bewusst für die Caritas entschieden“, freute sich Hedwig Kenkel. Natürlich wünschten diese sich bei der Caritas aber so auch eine entsprechend qualitätsvolle Begleitung, sieht die Caritasverantwortliche durch den Azubitag nun auch „Hausaufgaben“ auf die Einrichtungen zukommen.

Einige Auszubildende aus Caritas-Altenheimen hielten auch mit kritischen Erklärungen nicht hinter dem Berg: „Wir wünschen uns eine der schwierigen Aufgabe als Altenpfleger angemessene Vergütung und, dass unser Beruf in der Gesellschaft stärker wertgeschätzt wird“, war zum Beispiel zu hören.

Dankbar für eine solche Veranstaltung

Dankbar zeigten sich alle Beteiligten, an einem solchen Tag teilnehmen zu können. Einige berichteten, dass ihnen aus ihrem Freundeskreis bekannt sei, dass ein solches Angebot in Unternehmen nicht selbstverständlich ist und fühlten sich in ihrer Ausbildung so besonders wertgeschätzt. Neben der Auseinandersetzung mit ihrer Ausbildung hatten die jungen Leute bei dem Azubitag auch die Gelegenheit, lebenspraktische Eindrücke bei einem „Tremor-Test“ zu sammeln, den der Leiter der Caritas-Altenheime Deining und Freystadt, Norbert Bittner, erneut anbot. Tremor-Handschuhe ließen bei mehreren Teilnehmerinnen und Teilnehmern deren Hände erzittern und sie so erfahren, wie schwer es ist, in solchen Lebenssituationen zu trinken, eine Unterschrift zu leisten oder einen Knopf am Hemd zu öffnen.  Spezielle Brillen ermöglichten ihnen zudem Eindrücke davon, was es heißt, mit grauem oder grünem Star oder Netzhautablösung zu leben.

Caritas-Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel gab einen Einblick in das Selbstverständnis und die Organisation der Caritas, die zu den größten Arbeitgebern in Deutschland zählt und im Eichstätter Verband nach eigenen Angaben allein rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Caritasdirektor Franz Mattes machte den jungen Menschen beim Gottesdienst Mut. Dabei schilderte er auch Erfahrungen aus einer eigenen handwerklichen Ausbildung, die er früher einmal in der Automobilbranche absolviert hatte.

Gut 60 Personen aus Caritaseinrichtungen im Bistum Eichstätt, darunter rund 40 Auszubildende sowie auch Caritasdirektor Franz Mattes (rechts), beteiligten sich am zweiten „Azubitag“ des Caritasverbandes Eichstätt, der heuer in der Maria Ward Realschule stattfand. Foto: Caritas

 

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