Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 26.10.2012

Über Caritas, Arbeit und Spiritualität ausgetauscht

Südafrikanischer Bischof in Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt

Der südafrikanische Bischof Dr. Sithembele Anton Sipuka hat die Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt zu einem Erfahrungsaustausch besucht. Dabei ging es um Menschen mit sozialen Problemen, Caritas, Arbeit und Spiritualität. Der Bischof wurde vom Nürnberger katholischen Betriebsseelsorger Diakon Kurt Reinelt begleitet, der früher mit dem Bischof gemeinsam studiert hatte. An dem Austausch nahmen auch von der Diözese Eichstätt Seelsorgeamtsleiter Domkapitular Alfred Rottler und Weltkirchereferent Gerhard Rott teil, der das Bistum Umtata des Bischofs vor einigen Jahren einmal besucht hatte.

Der Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten, Michael Rinnagl, und seine sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen Nina Wild, Barbara Hopp und Juliane Haslinger informierten den Bischof über die Betreuung und Aktivierung von wohnungslosen, langzeitarbeitslosen, haftentlassenen, suchtkranken und psychisch angeschlagenen Menschen in der Ingolstädter Caritaseinrichtung. Neben einer Präsentation über diese machten sie mit den Besuchern einen Rundgang durch die beiden 74 Plätze bietenden Wohnheime und 150 geförderte Beschäftigungsplätze umfassenden Werkstätten: unter anderem durch die KFZ-Werkstatt, die Schreinerei, Malerei, Fahrrad- und Kreativwerkstatt sowie auch durch die Großküche und das Caritas-Restaurant.

Der Bischof zeigte sich zum einen beeindruckt von der engen Zusammenarbeit der Caritaseinrichtung mit staatlichen Stellen, zum anderen „von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit Begeisterung für die hilfebedürftigen Menschen einsetzen und nicht nur ihren Job tun“. Um eine ganzheitliche Hilfe zu leisten, könnte er sich nach erstem Eindruck vorstellen, dass „hier vielleicht noch ein paar mehr spirituelle Impulse gesetzt werden“. Michael Rinnagl stimmte dem zu und informierte, dass er mit einem Team gerade darüber nachdenke, welche speziellen Angebote und Räüme den Betroffenen hierfür ermöglicht werden können.

Der Bischof sorgt sich in seiner Heimat zum Großteil um arbeitslose Menschen. Sein Bischofswahlspruch lautet: „to care and to work“, mitsorgen und arbeiten. Nach seinen Informationen sind in der Diözese Umtata über die Hälfte der Menschen arbeitslos. Es gebe zwar eine staatliche Unterstützung, doch diese reiche oft nicht aus, um die Familien zu versorgen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Diözese liege darin, christliche Gemeinschaften aufzubauen und zu fördern, die gemeinsam die Bibel lesen, Jugend- und Bildungsarbeit leisten und vor allem auch von HIV betroffene und aidskranken Menschen helfen. Dafür werden dem Bischof zufolge Ehrenamtliche qualifiziert, die häusliche Pflege leisten. In der Diözese Umtata im südöstlichen Südafrika leben 1.775.000 Einwohner, doch nur vier Prozent von diesen sind Katholiken.

Besuch des südafrikanischen Bischofs Dr. Sithembele Anton Sipuka (Mitte/Fünfter von rechts) in den Caritas-Werkstätten Ingolstadt: Dabei zeigte ihm sowie anderen Gästen auch Schreinermeister Bernd Oberbauer mit seinen Auszubildenden, wie an der Hobelbank eine Holzverbindung hergestellt wird. Foto: Caritas/Esser

 

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