Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 15.11.2012

"Energiewende" in Caritaseinrichtungen eingeläutet

Positive Ergebnisse bei Pionierprojekt Blockheizkraftwerk in Greding

Eine „Energiewende“ im Sinne einer wirtschaftlicheren und ökologischeren Nutzung von Strom und Wärme hat der Caritasverband Eichstätt eingeläutet. Nach einem Beschluss des Vorstandes des katholischen  Wohlfahrtsverbandes soll für alle Gebäude ein Energieeffizienzkonzept ausgearbeitet werden, sobald Sanierungen anstehen oder Heizungsanlagen erneuert werden müssen. Ein Pionierprojekt, für das nun erste Ergebnisse vorliegen, war der Bau eines Erdgas-Blockheizkraftwerkes im Caritas-Altenheim St. Magdalena in Greding. Derzeit werden weitere Energiegutachten für die Caritas-Altenheime in Berching, Nürnberg-Langwasser und Spalt sowie die Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt vom Institut für Energietechnik IfE an der Hochschule Amberg-Weiden unter Leitung von Prof. Dr. Markus Brautsch erarbeitet.

„Nach den guten Erfahrungen, die wir mit unseren mittlerweile 17 Photovoltaikanlagen auf Einrichtungsdächern im Bistum gemacht haben, gehen wir damit einen weiteren Schritt im Rahmen des Umweltmanagements des Caritasverbandes“, erklärt Johann Baumgartner, Leiter des Caritas-Finanz- und Rechnungswesens. In Greding gab es bis Anfang letzten Jahres noch zwei bereits über 25 Jahre alte Gasheizkessel. „Die Energiekosten waren mit über 100.000 Euro im Jahr deutlich zu hoch, ebenso der CO 2 -Ausstoß mit rund 350 Tonnen “, begründet Baumgartner, weshalb eine neue Lösung gesucht wurde. Eine Auswertung von ersten Ergebnissen des neuen Erdgas-Blockheizkraftwerkes für den Zeitraum von Oktober 2011 bis September 2012 zeigt deutliche finanzielle und ökologische Verbesserungen für die Einrichtung: „Die Energiekosten konnten um ein knappes Drittel verringert werden, und die CO 2 -Emmissionseinsparung liegt sogar bei über der Hälfte“, informiert die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel und freut sich, dass dadurch auch der Anteil der Energiekosten im Heimentgelt für die einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner niedriger ausfiel als zuvor.

Einrichtung kann sich weitgehend selbst versorgen

Von dem durch das neue Blockheizkraftwerk in Greding erzeugten Strom wird etwa die Hälfte in der Einrichtung genutzt. Das waren von 350.000 Kilowattstunden erzeugtem Strom im gemessenen Jahreszeitraum knapp 175.000. Der Fremdbezug an Strom lag nur noch bei knapp 15 Prozent. Die andere Hälfte erzeugter Strom im Blockheizkraftwerk wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Diese bekommt der Caritasverband von Energieunternehmen vergütet und bewirkt, dass die Energiekosten des Altenheimes sinken. „Das waren seit dem Start des Heizwerkes im Februar 2011 bis Ende Oktober 2012 rund 305.000 Kilowattstunden . Damit könnten 76 Vier-Personenhaushalte ein Jahr lang  mit Strom versorgt werden“, beschreibt Baumgartner plastisch.

Neben der Stromerzeugung kann durch die als Nebeneffekt abgegebene Wärme des Blockheizkraftwerkes rund zwei Drittel des Heizungsverbrauches in der Einrichtung gedeckt werden. Das waren im gemessenen Jahreszeitraum 540.000 Kilowattstunden. Für den Rest sorgte ein kleiner zusätzlicher Spitzenlastkessel, zum Beispiel bei Minustemperaturen.  Nach Information von Johann Baumgartner kostete der Bau des Blockheizkraftwerkes 230.000 Euro. Davon seien 160.000 aus erzielten Überschüssen der Photovoltaikanlagen der Caritas aufgebracht worden. „Die weiteren 70.000 vom Caritasverband investierten Euro werden sich innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisieren“, so der Leiter des Caritas-Rechnungswesens.

Für das Caritas-Altenheim Greding ist das Blockheizkraftwerk auch ein Imagegewinn. Einrichtungsleiterin Andrea Steinhilber kommt darüber immer wieder einmal mit Angehörigen von Bewohnern ins Gespräch, wenn sie die Anzeigetafeln der Photovoltaikanlage des Hauses sehen. Dann berichtet sie ihnen auch über das neue Blockheizkraftwerk. „Viele wollen das dann auch sehen, und dann zeige ich es ihnen natürlich gerne“, so die Heimleiterin und ergänzt: „Uns liegt sehr daran, dass wir als kirchliche Einrichtung neben einer guten Pflegearbeit auch zur Bewahrung der Schöpfung unseren Beitrag leisten.“ Hedwig Kenkel betont, es sei wichtig, „dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Einrichtung – vor allem die im technischen Bereich, aber auch die anderen – motiviert sind, solche Schritte mitzugehen“. Sie hofft darauf, „dass dies in den anderen Einrichtungen demnächst ebenso gut gelingt wie in Greding“. Welche konkreten Energievarianten dort umgesetzt werden, sollen die Machbarkeitsstudien zeigen, aus denen die Energieeffizienzkonzepte entstehen. Das können auch dort Erdgas-Blockheizkraftwerke sein, aber ebenso  andere Lösungen. 

 

Der Haustechniker des Caritas-Altenheimes St. Magdalena in Greding, Rudi Großhauser, zeigt der für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortlichen Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel, Einrichtungsleiterin Andrea Steinhilber und Caritas-Umweltreferentin Bettina Mühlbauer (von links) den Zähler, der den produzierten Strom des Blockheizkraftwerkes misst. Foto: Caritas/Esser

 

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