Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 08.05.2013

Für Arbeit, Umwelt und soziales Wohlergehen

Seit 20 Jahren Caritas-Markt / Aus kleiner Initiative wurde großes Dauerprojekt

Seit 20 Jahren gibt es in diesem Frühjahr den Caritas-Markt, der zu den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt gehört. In dieser Zeit sind dort nach Angaben der Einrichtung über 800 Menschen beschäftigt und qualifiziert worden. Die Anzahl der über die Arbeitsagentur und später das Jobcenter Ingolstadt geförderten Personen im Caritas-Markt schnellte von anfangs acht über 50 im Jahr 2000 zum Zeitpunkt des Umzuges nach Gaimersheim auf heute 250 im Jahr hoch. Ebenso verlief die Entwicklung bei den Besuchern des Gebrauchtwarenmarktes. „In den Anfangsjahren in der Ingolstädter Bruhnstraße waren es rund 10.000, inzwischen sind es jährlich um die 250.000“, informiert der Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt, Michael Rinnagl .

Die Entwicklung von einer kleinen Initiative zu einem großen Dauerprojekt begann im Juni 1992. Seinerzeit trug der langjährige Amtsleiter der Stadt Ingolstadt für Abfallwirtschaft Detlef Landsleitner an den damaligen Einrichtungsleiter Anton Frank die Idee heran, ein Arbeitsprojekt zur Wiederverwertung von Sperrmüll zu verwirklichen. Ziel war, die Müllabfuhr zu entlasten und dabei so viel wie möglich zu verwerten. Auch der seinerzeitige Umweltreferent Fritz Bernhard wollte die bestehende Sperrmüllabfuhr um einen Recyclinghof ergänzen. Der Caritasverband für die Diözese Eichstätt stimmte dem Vorhaben schnell zu. Somit war der Weg frei, ein Konzept auszuarbeiten und nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen. Die frühere Caritasmitarbeiterin Elke Kessel entwickelte ein ABM-Projekt, das in einer Gewerbehalle in der Bruhnstraße in Ingolstadt im Frühjahr 1993 mit acht Personen startete. In der angemieteten Halle mit 1.000 Quadratmetern wurden hauptsächlich gebrauchte Möbel verkauft. Das Angebot wurde gut angenommen, sodass es bald vergrößert wurde. Auch wurden immer mehr Container für nicht mehr verkaufbare Waren benötigt. Diese dienten schon am Anfang dazu, den Sperrmüll nach Wertstoffen getrennt einer Wiederverwertung zuzuführen. Schon bald war klar, dass die Räumlichkeiten in der Bruhnstraße nicht mehr ausreichen. Im Frühjahr 1997 verursachte dann zudem ein Brand im Gebrauchtwaren-Markt großen Schaden und legte den Betrieb vorübergehend lahm.

In Gaimersheim viermal so viel Platz wie zuvor

Nachdem in der Stadt Ingolstadt kein geeignetes Grundstück gefunden wurde, beschloss der Caritasverband, den Gebrauchtwarenmarkt in das Industriegebiet in Gaimersheim zu verlegen. Dort stehen 4.000 Quadratmeter Grund zur Verfügung – also viermal so viel wie zuvor. Die Verlagerung des Marktes nach Gaimersheim war umstritten. In Ingolstadt wurden Befürchtungen laut, dass nicht mehr so viele Kunden den Markt aufsuchen würden. Wie sich später zeigte, waren diese unbegründet, da der Markt sehr gut von den Ingolstädter Bürgerinnen und Bügern angenommen wurde. Im April 2000 wurde mit dem Neubau begonnen, der im Oktober fertiggestellt wurde. Am Carl-Benz-Ring stehen seitdem 1.110 Quadratmeter an Verkaufsfläche, 200 Quadratmeter für die Wertstoffcontainer und Sortierung sowie 33 Parkplätze zur Verfügung. Der Caritas-Markt hatte zum Zeitpunkt dieses Neubeginns vier fest angestellte Mitarbeiter.

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass im Jahr 2001 1.500 Tonnen Sperrmüll und Wertstoffe angeliefert wurden. Heute sind es der Caritaseinrichtung zufolge rund 4.500 Tonnen jährlich. Den zahlreichen Beschäftigten und Kunden bietet seit dem Jahr 2005 ein eigener Imbiss Mahlzeiten und Getränke an. Mit den Jahren wurden Ausbildungen als Recycling-Monteur, zum Verkäufer und in Lagerlogistik für benachteiligte Jugendliche im Caritas-Markt eingeführt. Seit dem Jahr 2006 werden gebrauchte Kleider in einem eigenen Kleidermarkt zum Verkauf angeboten, seit 2007 gebrauchte Bücher in einem eigenen Büchermarkt. Heute hat der Caritas-Markt 17 fest angestellte Mitarbeiter.

Gesamtleiter Michael Rinnagl zufolge hat der Caritas-Markt von Anfang an zwei Ziele verfolgt: „erstens Menschen beruflich und sozial zu fördern, die arbeitslos sind und in der Arbeitswelt wieder Fuß fassen wollen, zweitens den Sperrmüll durch Wiederverwertung gebrauchter Waren zu reduzieren“. Zehn zunächst öffentlich geförderte Menschen wurden in die Einrichtung nach deren Statistik als fest angestellte Mitarbeiter übernommen. „Rund 20 Prozent des angelieferten Sperrmülls und der Wertstoffe werden heute im Caritas-Markt wiederverwertet: zum einen durch den Verkauf im Gebrauchtwarenmarkt, zum anderen durch die Herstellung von Hackschnitzeln für die Heizungsanlage“, informiert Rinnagl über weitere Details. Mit der Zeit habe sich ein weiteres drittes Grundziel entwickelt: Bedürftige Ingolstädter Bürgerinnen und Bürger können mit einem Warengutschein Gebrauchtwaren zu zehn Prozent des ausgewiesenen Preises erwerben. Diese Warengutscheine stellte zunächst das Sozialamt Ingolstadt aus, nun tut es die Caritas-Kreisstelle Ingolstadt.

 

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