Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 19.10.2015

"Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern"

Knapp 50 "Caritas-Azubis" setzten sich mit ihrem Dienst auseinander

„Das Schöne an unserer Ausbildung ist, dass wir Dankbarkeit von den von uns zu pflegenden Menschen bekommen, was uns selbst wieder erfüllt.“  Mit diesen Worten brachte Stelian Herget,  Auszubildender zum Altenpfleger im Caritas-Seniorenheim Stein, beim diesjährigen „Azubitag“ der Caritas auf den Punkt, was viele junge Menschen in dem katholischen Wohlfahrtsverband im Bistum Eichstätt motiviert, einen Beruf in der Pflege anzustreben. Knapp 50 Auszubildende nahmen in Begleitung mehrerer Ausbilder an dem Tag am Freitag im Eichstätter Priesterseminar teil: vor allem aus den 20 Caritas-Seniorenheimen, aber auch aus dem Caritas-Zentrum St. Vinzenz für Menschen mit Behinderung und den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit verschiedensten sozialen Problemen sowie der Eichstätter Caritas-Zentrale.

Der Leiter der Caritas-Seniorenheime Freystadt und Deining, Norbert Bittner, stellte das Leben in Altenpflegeheimen anhand von Bildern als vielfältig mit zahlreichen Aktivierungs- und Unterhaltungsangeboten dar. Er bedauerte, dass es in vielen Köpfen immer noch ein Bild von „Verwahranstalten“ und einer „Still-Satt-Sauber-Pflege“ gebe. „Das ist es bei Weitem nicht mehr“, stellte er klar. Die Auszubildende in der Altenpflege Stephanie Betz aus Freystadt meinte: „Jeder Tag ist anders.“ Cornelia Maier, Pflegedienstleiterin in Freystadt, machte die jungen Menschen insbesondere auf zahlreiche Weiterbildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten aufmerksam, wenn sie erst einmal im Beruf sind: vom Aufstieg zu einer Stations-, Pflegedienst- oder Einrichtungsleitung bis hin zu neuen Qualifizierungen, zum Beispiel zu Palliativpflege- oder Wundexperten. Ihre Kollegin Andrea Götz aus Dietfurt, die seit einigen Wochen Pflegedienstleiterin in Dietfurt ist, nannte als ersten Eindruck: „Ich sehe, wie vielfältig der Caritasverband ist und, dass es viele Möglichkeiten in einem solchen Verband gibt, etwas zu entwickeln.“ Und die Leiterin des Seniorenheimes Caritas Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt, Ilona Hauenstein, versicherte den jungen Menschen: „Ich habe es noch keinen Tag bereut, den Weg bis zur Einrichtungsleiterin gegangen zu sein.“

Der Leiter der Caritas-Seniorenheime Freystadt und Deining, Norbert Bittner, und die Auszubildende Stephanie Betz aus Freystadt präsentierten das Leben im Altenpflegeheim als vielfältig mit zahlreichen Aktivierungs- und Unterhaltungsangeboten. Fotos: Caritas/Esser

Wolfgang Fogl, der als Sozialpädagoge in der Heilpädagogischen Tagesstätte von St. Vinzenz arbeitet, bezeichnete die Arbeit in dieser Einrichtung als „Komplettpaket für Menschen mit geistiger Behinderung“. 330 Mitarbeitende aus vielfältigen Berufen sind Fogl zufolge in St. Vinzenz tätig: Erzieher und Heilerziehungspfleger ebenso wie Sozialpädagogen und Psychologen. Unter dem Motto „Ein Leben, viele Wege, Räume, Träume“ berichtete Katharina See vom Sozialdienst der Caritas-Wohnheime und Werkstätten Ingolstadt, wie in dieser Einrichtung in voll- sowie teilstationären Maßnahmen Menschen geholfen wird, deren Lebenswege nicht gerade verlaufen sind und die der Unterstützung bedürfen.

In einem Workshop setzten sich die jungen Menschen mit Fragen auseinander, was sie zu ihrer Arbeit motiviert, welche Erwartungen sie an die Ausbildung haben und wo sie Caritas als Nächstenliebe im Alltag entdecken. Auf große Papiertischdecken schrieben sie zum Beispiel zu Motivation „den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, zu Erwartung „Wertschätzung meiner Arbeit“, „Lernen, was gute Pflege bedeutet“ sowie „sichere Zukunft“. Zu Caritas als Nächstenliebe hielten sie unter anderem „Aufbau von Vertrauen“, „Spenden von Trost“ sowie „Dankbarkeit alter Menschen an Gestik und Mimik erkennen“ fest.

Auf großen Papiertischdecken hielten die jungen Menschen fest, was sie zu ihrer Arbeit motiviert, welche Erwartungen sie haben und wo sie Caritas im Alltag entdecken.

Caritasdirektor Franz Mattes ermutigte die jungen Menschen mit einem Hinweis auf das Flammenkreuz als Zeichen der Caritas: „So wie Gott für uns Flamme ist, sollten wir es in unserem Dienst für andere sein.“ Mattes ergänzte: „Ihr tragt das Kreuz anderer mit“ und verwies auf die in Caritaseinrichtungen betreuten Menschen mit Behinderung, alten Menschen und andere, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Der „Azubitag“ wurde von der Stabsstelle Qualitätsmanagement des Caritasverbandes Eichstätt organisiert.

Die Auszubildenden Nadja Koch (rechts) und Antonia Michelfeit aus dem Caritas-Seniorenheim Schwabach stellten beim „Azubitag“ der Caritas anhand einer kleinen Ausstellung auch die Arbeit in ihrem Haus vor: von der Grundpflege über Angebote für alte Menschen wie „Gedächtnistraining“ bis hin zu Mahlzeiten und Festen.

 

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